Freilichttheater: 20 Laiendarsteller aus dem Ort begeisterten die Zuschauer mit dem "Sommernachtstraum"

 

Jesteburg. Eine alte Schauspielerweisheit besagt, dass keine Vorstellung wie die andere ist. Loretta Wollenberg, Jesteburger Schauspielerin, freie Lektorin bei der Abteilung Fernsehspiel des NDR, Autorin und Betreuerin mancher TV-Serie, hat diese Erfahrung schon früher gemacht. Die an ihrer "Sommernachtstraum"-Inszenierung beteiligten Akteure der "Jesteburger Theaterwerkstatt" machten sie spätestens am Wochenende. Die erste Vorstellung des Shakespeare-Stücks erlebten die rund 200 Besucher wegen Regens statt "Open air" in der St. Martins-Kirche: zum Teil auf der Empore, zum Teil in den Gängen und im Altarraum. Die zweite am Sonnabend war dann tatsächlich rund um den Pastorenteich Freiluftaufführung. Diese unfreiwillige Konstellation hatte ihr Gutes: Einige der in der Kirche begeisterten Zuschauer kamen Sonnabend noch einmal, und sie konnten dabei die Erfahrung machen, dass der Bereich am Pastorenteich sehr gut für so ein Unterfangen geeignet ist.

Mit Begeisterung (und sie sahen auch über zeitweise Tonprobleme hinweg) verfolgten die Zuschauer das Geschehen und erkannten unter den Akteuren in ungewohnter Kleidung und auch ungewohnten Rollen viele Bekannte wieder. Puppenmuseums-Leiterin Ingrid Greiff etwa, die in jungen Jahren singend auf den Bühnen stand, hat erst vor ein paar Wochen noch die Rolle des Philostrat übernommen. "Das ging", sagt sie. "Ich konnte ja fast alles ablesen." Oder Pastor Dr. Ulrich Kusche, der Squenz, den Zimmermann, verkörperte. Er hatte sich früh gemeldet, seit Monaten mit geprobt. "Ich habe an so etwas Vergnügen," sagt er. Das war ihm anzusehen. Und stimmlich hat er ohnehin keine Probleme.

Aber auch die anderen fast 20 Akteure waren witzig, engagiert, und sie bekamen verdienten Applaus. Und natürlich die "Macherin" der "Jesteburger Theaterwerkstatt", Loretta Wollenberg. Die 45-Jährige hatte schon vor rund einem Jahr die Idee dazu, scharte zu Beginn des Jahres erste Mitspieler um sich, fand weitere Unterstützer. Probte im eigenen Haus, im Puppenmuseum, im Gemeindehaus, - sogar Mitglieder des Blasorchesters der Jesteburger Schützen machten (live) mit.

Loretta Wollenberg ist mutig. Sie will, dass der "Sommernachtstraum" keine einmalige Sache bleibt. "Ich habe schon etwas Neues in Planung", sagt die Theater-Freundin. Darüber will sie noch nicht reden. Aber eine Wiederholung des Shakespeare-Stücks soll es im Frühsommer nächsten Jahres noch geben. Vielleicht könnten die Aufführungen dann ja eine oder eine halbe Stunde früher beginnen, denn dann wäre es auch wohl nicht ganz so kühl für das Publikum wie am Sonnabend.