Alexander Stozno als Puck

Die Verwirklichung eigener Träume bedarf im fortgeschrittenen Alter nicht selten eines kräftigen Anstoßes. Häufig ist es das Schicksal, das uns drängt. So war es auch bei Loretta Wollenberg. Wenn .... dann, nahm sie sich vor und beschloß zu gegebener Zeit, nach zahlreichen Engagements, ein eigenes Projekt zu realisieren. Im heimatlichen Garten sollte es geschehen und natürlich sollte es der Sommernachtstraum sein. Was anderes, wenn man in Wien studiert hat? Aber ohne Geld. Ob sich da wohl Kollegen finden würden, die mitmachen würden. Die Not wurde zur Tugend. So landete in drei Supermärkten der Region ein Aufruf an spielwütige Laien. Dem Aufruf folgten viele und es blieben fast alle. Neue stießen hinzu und schon bald war klar: Der Garten würde zu eng werden. Der Pastor der Gemeinde, Ulrich Kusche, schlug den Pastorenteich im Herzen Jesteburgs vor, die Gemeinde Jesteburg schloß sich an. Das erste Treffen der neuen Theatergruppe fand am 20. 10. 2004 statt. Die erste Premiere, der Sommernachtstraum von William Shakespeare, am 26. 8. 2005. Allerdings nicht am Pastorenteich, sondern in der angrenzenden St. Martins-Kirche, da es an diesem Tag auf´s unbarmherzigste regnete. Mit einer 3/4 Stunde Verspätung begann ein Traum mit Darstellern zwischen 4 und 70, mit Laien und Profis, von dem man noch heute in Jesteburg erzählt. Das war der Anfang. Viele aus der Gruppe blieben, Neue kamen hinzu. Der Anfang war gemacht. Heute haben die Jesteburger Kammerspiele schon so manches " hinter sich". Mit zu den Höhepunkten zählte sicher das Mozart-Jahr 2006, das mit zahlreichen Veranstaltungen in Jesteburg begangen wurde und mit einer Lesung der Mörike-Novelle " Mozart auf der Reise nach Prag" von der großen Zürcher Schauspielerin Maria Becker gekrönt wurde. Beibehalten haben die Jesteburger Kammerspiele ihr Konzept des Miteinanders von Laien und Profis, das für lebendiges, authentisches Theater garantiert. Denn nicht nur in den Jesteburger Kammerspielen, in allen Menschen, davon ist Loretta Wollenberg überzeugt, steckt viel mehr drin, als sich´s von anderen und auch von sich selbst vermuten läßt. Wir haben uns vorgenommen, das Unsichtbare sichtbar zu machen und freuen uns über jeden, der Lust hat dabei zu sein.

 

Und der Name? Jesteburger Kammerspiele? Sind wir vom Größenwahn beseelt?

Wahrhaftig nicht: Denn jede Idee wird bei uns im stillen Kämmerlein geboren und so manche Probe findet hier statt, selbst bei unseren Ensemble - Proben und den Vorstellungen sind wir noch auf Obdach angewiesen.

Nein, wirklich, der Name Kammerspiele gilt ganz dem Ursprung der Idee.