Am Ende siegt die Liebe

Die Jesteburger Kammerspiele führen "Die Frau ohne Schatten" erstmals ohne Musik auf.

 

Von Christa-Maria Brockmann

Jesteburg.Langanhaltender Beifall im gut besetzten Gemeindehaus der JesteburgerSt.-Martins-Kirche: In zwei Vorstellungen haben die Jesteburger Kammerspiele mit ihrer Aufführung "Die Frau ohne Schatten" begeistert. Das Stück von Hugo von Hofmannstahl, eigentlich eine Oper, brachte Loretta Wollenberg, Leiterin der Jesteburger Kammerspiele, erstmals als Sprechtheater auf die Bühne. Das Experiment gelang.

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine seelenlose Kaiserin, die keinen Schatten wirft und durch verschiedene Prüfungen im Umgang mit einem Färberehepaar menschlich wird. Zum Schluss siegt über allem die Liebe.

Katharina Wessels füllt die Rolle der Kaiserin perfekt aus. Vom geisterhaften Wesen mit starrem Puppenblick im weiß-glitzernden "Eiskostüm" verwandelt sie sich schrittweise in einen Menschen aus Fleisch und Blut voller Gefühl. Ihre böse Amme (Silke Koch-Rackelbusch) mit schwarz-weiß geschminktem Gesicht und einer feuerroten Krallenhand versucht das immer wieder zu verhindern. Mit Tempo und dichtem Spiel sorgte sie für Spannung. Alexander Förster beeindruckte als Falke mit balletttänzerischer Akrobatik. In seinem weit schwingendem roten Umhang wirbelte er wie eine Flamme über die Bühne. Karsten Wildeisen verstand es, dem "Bruder des Färbers" und dem Geisterboten Profil zu geben. Manuel Luna-Homeyer gefiel als würdevoller Kaiser mit aufwendigem grün-blauem Kopfschmuck im fernöstlichen Palast, Markus Schmidt sorgte als Färber Barak mit dem Schwert für Dramatik. Als seine Frau überzeugte Henrike Holtz.